Vorurteile

Dr. phil. Claudia Simone Dorchain, M.A.

  Philosophische Praxis

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Was ist der Mensch?

Was können wir wissen?

Was dürfen wir glauben?

Worauf können wir hoffen?

Was sollen wir tun?

Kants Fragen leiten auch heute noch Ratsuchende in aller Welt, die durch Philosophie Lebensrat erfahrbar machen wollen. Philosophische Praxis ist ein kritisches rationales Geschehen. Auf der Basis der Philosophie werden Lebensfragen geklärt. Der sokratische Dialog eröffnet hierbei neue Horizonte des Denkens und Handelns.

Es existieren viele Vorurteile und falsche Meinungen über philosophische Praxis.

Fangen wir bei dem Vorurteil an, philosophische Beratung sei immer ethische Beratung und es ginge dabei nur um Werte oder Glück. Was ist davon zu halten?

Erstens, Philosophie ist nicht gleich Ethik. Ethik ist eine Teildisziplin der Philosophie (es gibt auch noch Logik, Ästhetik, Metaphysik, Epistemologie und Ontologie). Zu behaupten, philosophische Beratung sei immer gleich ethische Beratung, ist eine Pauschalisierung und daher ungefähr so schlau wie zu behaupten, Medizin sei immer gleich Viszeralchirurgie.

Zweitens, was sind überhaupt Werte? In Schule und Gesellschaft zeigt sich oftmals ein erstaunliches Phänomen: ausgerechnet die Leute wollen mit Werten handeln, die sie am wenigsten vorleben. Nach dem Motto bekannter TV-Prediger, die ihren eigenen Wein ja auch nicht trinken: “Der Wegweiser braucht nicht den Weg zu gehen, den er anzeigt!”

Drittens, was soll die Konjunktur des Glücks? Ist Glück überhaupt das höchste Ziel? Wenn ja, warum? Zwangsverpflichtung zum Glück, Perfektibilität als neue Stressnorm? Darf ich in dieser Gesellschaft des programmierten Glücks unglücklich sein? Manche Menschen glauben, Philosophen seien in erster Linie Glücksberater, die gleichsam Glückseinheiten abzugeben hätten, vielleicht in modischen Wellness-Säckchen verpackt mit einer Ego-Schleife drumherum. Wer will, mag in meiner Rede einen Hauch Ironie entdecken.

Wahr ist, dass die Ethik als praktische Philosophie tatsächlich Inhalte hat, die uns bei unserer Lebensgestaltung helfen können. Kants klassische Frage “Was sollen wir tun?” hat nichts an Aktualität verloren, seine Antworten und die der Kollegen ebenfalls nicht.

Wahr ist jedoch auch, dass ein verantwortungsvoller philosophischer Berater Ihnen keine Werte aufdrängt - in Form eines Tugendkatalogs, der gerade modisch ist - oder Sie mit seinen eigenen Wertvorstellungen bedrängt, sondern dass er Sie als neutraler Helfer Ihrer Erkenntnis zu Ihrem eigenen Verständnis von Richtig und Falsch gelangen lässt.

Ethik gründet auf Erkenntnis, richtig Handeln auf richtig Denken. Daher wird ein guter philosophischer Berater in erster Linie Ihre eigenen Erkenntnisräume hinterfragen. Und auf dieser Basis gründet auch die Suche nach dem, was für Sie selbst “Glück” bedeutet.

 

 

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